“Ikonen” von Jim Lee (Rezension)

Ein Must-Have-Item für Superhelden-Fans

X-Men, Batman, Batman & Robin, Superman, Wonder Woman, WildStorm:  Jim Lee ist der Superhelden-Zeichner schlechthin. Seine Kunst ist nicht nur in zahllosen Comicheften präsent; unzählige Merchandising-Produkte  basieren auf seinen aufwändigen Arbeiten; Figuren wurden nach seinen Entwürfen modelliert. Als Fan kommt man an ihm nicht vorbei. 

Der am 11. August 1964 in Südkorea geborene Comiczeichner und heutige Mitherausgeber von DC Comics ist vor allem für seinen hyperdynamischen Zeichenstil bekannt. Angefangen hat er als Tuscher, bis er sich Ende der 1980ger/Anfang der 1990ger Jahre als Zeichner der Marvel Comic-Reihe “Uncanny X-Men” einen Namen machte. 1992 trennte sich Jim Lee von Marvel und machte sich zusammen mit sechs anderen bekannten Comickünstlern – Todd McFarlane, Marc Silvestri, Erik Larsen, Rob Liefeld, Jim Valentino und Whilce Portacio –  selbständig. Sie riefen Image Comics ins Leben. Eine der ersten selbst produzierten, kommerziell erfolgreichen Serien war Jim Lees “WildC.A.T.S.”. 

Nach einer vorübergehenden Rückkehr zu Marvel in den Jahren 1996/97, wo Lee sich um die Serien “Fantastic Four” und “Iron Man” kümmerte, kehrte er für ein paar Jahre zu Image Comics zurück, arbeitete jedoch überwiegend als Verleger. 2001 verkaufte er schließlich sein Studio WildStorm an DC. Das führte ihn zurück zum Zeichenbrett: 2003 kreierte er gemeinsam mit Comicautor Jeph Loeb die 12-teilige, sehr beliebte Batman-Story “Hush”, die in vielerlei Hinsicht einen entscheidenden Wendepunkt darstellte. Zum einen erhielt sie hervorragende Kritiken, zum anderen brachte sie Lee zurück zu seinen eigentlichen Wurzeln. 

Lees Karriere bei DC wird in “Ikonen” ebenfalls beleuchtet, wobei der Künstler in Anekdoten und Kommentaren immer wieder selbst zu Wort kommt. Deutlich wird dabei, dass es oft nicht einfach für ihn war und ist, Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen. (Jim Lee ist verheiratet und Vater von immerhin sieben Kindern.) 

Außerdem ist exklusiv eine von Lee illustrierte Originalgeschichte der Legion of Superheroes aus der Feder von Comicautor Paul Levitz enthalten.  

Kurzum:  “Ikonen” ist ein Augenschmaus für Superhelden-Fans, Comicleser und alle, die sich für populärkulturelle Kunst interessieren! Der großformatige Band beeindruckt von der ersten bis zur letzten Seite und zeigt die gesamte Bandbreite von Jim Lees Können. Skizzen sind hier ebenso zu sehen wie Bleistiftvorzeichnungen oder fertige Kolorierungen in höchster Vollendung. 

Man erlebt den kreativen Prozess von der Idee bis zum fertigen Produkt hautnah mit. Es ist aufregend, die Entwürfe – mitunter auf Linienpapier – zu sehen und die Vielfalt der eingesetzten zeichnerischen Mittel,  Bleistift, Tusche, Farbstifte und Tipp-Ex, zu bestaunen! 

Farbintensiv, dynamisch, voller Lebendigkeit und Ausdruckskraft präsentieren sich schließlich die fertigen Werke, teilweise sogar doppelseitig. Atemberaubend! Dabei sind bekannte Werke, weniger bekannte und bislang unveröffentlichte Arbeiten. Auf dem hochwertigen Papier kommen die Farben ausdrucksstark zur Geltung. Panini Comics hat sich bei dieser Publikation wirklich selbst übertroffen!

Es ist ein Buch, das man am liebsten nur mit Handschuhen berühren möchte, um es nicht versehentlich durch Fingerabdrücke oder Knicke zu verunstalten. Diesen auf 999 Exemplare limitierten Prachtband sollte man sich nicht entgehen lassen!

(c) M. Hoevermann

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Categories: Kunst, Sachbücher

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