“Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2011: Das komplette Angebot im Kino, Fernsehen und auf DVD/Blu-ray” (Rezension)

Hohe Übersichtlichkeit und Informationsdichte – Unverzichtbar!

9783894727505Für Cineasten ist das “Lexikon des internationalen Films” unverzichtbar: Auf rund 600 Seiten findet man hier (fast) alles, was es im Jahr 2011 an Spielfilmen im Kino und im Fernsehen, aber auch auf DVD und Blu-ray gab. Was für ein gigantisches, wunderbar gemachtes Nachschlagewerk!

Zunächst gibt es einen Rückblick in das Jahr 2011, wobei Monat für Monat an wesentliche Ereignisse – Filmpremieren, Geburts- und Todestage von Persönlichkeiten rund um Film und Fernsehen – erinnert wird. Grau unterlegt finden sich Fotos und kurze Texte zu verstorbenen Persönlichkeiten, beispielsweise wird an den Tod der Hollywood-Diva Elizabeth Taylor im März 2011 erinnert.

Der Kinder- und Jugendfilm als Schwerpunkt

Thematischer Schwerpunkt in dieser Ausgabe ist zudem der in die Krise geratene “Kinder- und Jugendfilm”. Hier wird der Blick darauf gelenkt, dass es in Deutschland kaum Produktionen gibt, die neue Stoffe aus der Lebenswirklichkeit und Alltagsrealität der Kinder behandeln. Meistens werden Märchenfilme oder literarische Vorlagen umgesetzt. Sonst finden sich im Kino vor allem amerikanische Animationsfilme. An der Kinokasse erfolgreich, allerdings alles andere als innovativ oder originell. Da ist viel Luft nach oben, wie die informativen Artikel zeigen.

Filme, Filme, Filme

Anschließend beginnt das eigentliche Lexikon: Jeder Film wird mit einer Kurzzusammenfassung inklusive Kritik knapp und knackig vorgestellt und bewertet. Hilfreich sind dabei die unterschiedlich gestalteten Sterne, die die Einschätzung der Redaktion als “sehenswert”, “diskussionswert” oder “Kinotipp” verdeutlichen. So kann man sich einen guten Überblick verschaffen. Dank dieser Orientierungshilfe lassen sich einige Produktionen gleich ausschließen, andere hat man vielleicht noch gar nicht entdeckt. Aber es ist vor allem auch ein Wiedersehen mit geliebten Filmen, Blockbustern, den großen und den kleinen Kino- und Fernsehfreuden des vergangenen Jahres. Den einen oder anderen Film zieht man nach der Lektüre dann doch aus dem Regal, um ihn sich erneut anzuschauen.

Am Ende jedes Eintrags findet man kompakt alles Wesentliche rund um die Filmproduktion: Von technischen Hinweisen (3D, Schwarzweiß etc.) über Ursprungsländer, Produktionsjahr, Produktionsfirma, den Kinoverleih, Video- und DVD-Anbieter bis zu Produzenten, Regisseuren, Drehbuchautoren, Kamera, Musik, Schnitt, den Darstellern und der FSK-Freigabe ist alles dabei. Handelt es sich um die Adaption eines Theaterstücks oder einer Romanvorlage, ist dies ebenso vermerkt wie etwa die Einschätzung als “wertvoll” oder “besonders wertvoll” der Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW). Wer eine ausführliche Rezension zu einem bestimmten Titel lesen möchte, wird auf die entsprechende Ausgabe der Zeitschrift FILM-DIENST verwiesen. Ein durchdachtes System!

Layout

Optisch überzeugt das Layout durch seine Lesefreundlichkeit, den gestochen scharfen Druck und seine schöne Gestaltung: Die alphabetisch geordneten Filmvorstellungen sind dreispaltig gesetzt. Beginnt ein neuer Buchstabe , gibt es ein hochwertiges schwarz-weiß-Foto zur Illustration. In der Kopfzeile finden sich mittig gesetzt die Seitenzahl, außerdem der erste  auf der Seite vorgestellte Filmtitel und am Rand eine kleine Graphik. Das wirkt harmonisch und ausgewogen. Die Titel (sowohl der deutsche als auch der Originaltitel, falls es sich um eine ausländische Produktion handelt) sind fett gesetzt. So findet man sich zügig zurecht.

Reichhaltiger bebildert sind die Kapitel “Die besten Kinofilme des Jahres 2011” und die Neuerscheinungen auf DVD beziehungsweise Blu-ray. Innerhalb des Magazins FILM-DIENST werden Filme, die “den Durchschnitt ihrer Gattung anerkennenswert übertreffen” als “sehenswert” markiert.

Natürlich ist diese Einschätzung subjektiv; sie basiert auf dem Kenntnisstand, den Vorlieben und dem Wissen der Rezensenten. Dennoch ist eine solche Einschätzung durchaus interessant. Man findet eine alphabetische Liste der – in diesem Sinne – als sehenswert eingestuften Filme des Jahres 2011, außerdem Kinotipps der katholischen Filmkritik. Die Gewinner von Film- und Festivalpreisen werden aufgelistet, letztere teilweise mit Begründung, man bekommt einen Überblick über die internationalen Festspiele und im In- und Ausland und selbstverständlich auch die Oscar-Gewinner auf einen Blick.  Einen gelungenen Abschluss bilden die alphabetische Auflistung sämtlicher verzeichneter Filme sowie die Lexika der Regisseure und Originaltitel. Wünschenswert wäre ergänzend eine Auflistung der Filme nach Genres gewesen. Alles in allem ein fantastisches Nachschlagewerk und ein definitives Muss für Kinogänger und Filmliebhaber!

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Verlag
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Categories: Film & Fernsehen, Sachbücher

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