“Duden Basiswissen Schule. Englisch Abitur: 11. Klasse bis Abitur” von Dagmar Knapp

Legt ein solides Fundament für ein späteres Studium

“Viel zu ausführlich!”
“Nein, ich würde dieses Buch nicht zur Abiturvorbereitung verwenden. Ich will die Infos kompakter.”

Das Feedback zu meiner Neuanschaffung fiel innerhalb des Unterrichts erst einmal relativ ernüchternd aus. Nur kein Wort zu viel; nichts, was nicht unbedingt sein muss. So lassen sich die Wünsche heutiger Abiturientinnen und Abiturienten an Abitur-Vorbereitungsbücher am besten beschreiben. Schließlich soll in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Wissen in den Kopf. Eine Einstellung und ein Lernverhalten, das Pädagogen Sorge macht. Mit einer wirklichen Verankerung des Gelernten im Langzeitgedächtnis hat das nicht viel zu tun.

Dieses Buch geht jedoch weit über die Minimalanforderungen hinaus: Es will keine “Feuerwehrhilfe” für die Abschlussprüfungen sein. Es vermittelt fundiertes Grundwissen für die gesamte Oberstufe und legt damit ein wertvolles Fundament, auf das man während eines anschließenden Studiums aufbauen kann. Interessant ist es nicht nur für das Fach Anglistik/Amerikanistik, sondern auch für Literatur- und Kulturwissenschaften in weitestem Sinn.

In vier Oberkapitel sind die Inhalte dieses Dudens aufgeteilt:

1. Englisch als Weltsprache
Informationen über den Siegeszug der englischen Sprache rund um die Welt sind hier zu finden. Wieso hat sich die Sprache überall verbreitet? Wer spricht sie wo warum als Muttersprache, Amts- oder Zweitsprache? Was ist eigentlich eine “Lingua franca”?

2. Sprachpraxis
Sprachentwicklung, Wortschatz, die komplette Grammatik, Phonethik, Orthographie und Zeichensetzung, aber auch Syntax, Stil und Register sind Gegenstand dieses Kapitels. Man kann Vergessenes darin nachschlagen und grammatikalische Wissenslücken schließen. Hilfreich ist dieser Teil auch für sprachliche Analysen von Sach- und fiktionalen Texten. Das wird in so ziemlich jeder Abiturprüfung erwartet.

3. Umgang mit Texten und Medien
Hier wird veranschaulicht, was unter einem Text überhaupt zu verstehen ist. Denn der “erweiterte Textbegriff” bezieht verbale und non-verbale Kommunikation sowie Medien aller Art ein. Dazu zählen nicht nur gedruckte Sach- und fiktionale Texte, sondern z.B. auch Bild- und Tonträger.

4. Cultural Studies als Teil des Englischunterrichts
Im letzten Kapitel liegt der Fokus auf den unterschiedlichen anglophonen Kulturräumen und ihren Eigenheiten: Großbritannien, Nordamerika, Australien/Neuseeland sowie den vom British Empire geprägten Ländern Indien und Pakistan. Vor allem die Anregungen und Hilfen zur Themenfindung für eine vertiefende Auseinandersetzung mit bestimmten Inhalten und die Hinweise zur Aufbereitung und Präsentation des Materials sind sehr wertvoll! Immerhin müssen häufig Referate gehalten werden. Zu den themenorientierten Projekten zählen unter anderem der Nordirland-Konflikt, der American Dream und die Situation in Südafrika. Wer dazu eine Zusatzleistung erbringen muss oder möchte, findet alles Wesentliche bereits vor.

Danach folgt der Anhang mit grammatischen Termini, einer Auflistung der unregelmäßigen Verben, Hinweisen zur Lautschrift sowie Formulierungshilfen. Index, Register und Quellenverweise bilden den Abschluss dieses gelungenen Bandes.

Sprachlich sind Kapitel 1-3 weitgehend auf Deutsch verfasst. So ist gewährleistet, dass auch leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler alles verstehen. Die Beschriftungen von illustrativen Materialien sind allerdings z.T. englisch.

Die optische Aufbereitung ist durchweg lebendig, anschaulich und abwechslungsreich: Tabellen, Fotos, Karikaturen, Kartenmaterial ‘ es macht Spaß, sich mit diesem Buch zu beschäftigen. Halbfett gesetzte Begriffe lassen sich im Register wiederfinden. Die Verwendung von Farben erleichtert das Auffinden bestimmter Informationen: Merksätze sind grün unterlegt, blau formatierte Begriffe lassen sich auf der beiliegenden CD-Rom wiederfinden. Dort gibt es zahlreiche Artikel zum Lesen und Downloaden. Beispiele sind in einem Balken zu finden.

Die großzügige Randspalte vermittelt knappe Informationen zu Städten, bedeutenden Persönlichkeiten oder beinhaltet Definitionen, Tipps und Hinweise. Text- und Bildanteile wechseln sich dabei ab.

Fazit: “Basiswissen Schule Englisch Abitur” sollte ein Begleiter durch die Oberstufe sein. Darüber hinaus ist es sehr empfehlenswert für alle, die vorhaben, Anglistik/Amerikanistik oder Kulturwissenschaften zu studieren.

Wer konkret ein Buch zur Abiturvorbereitung gemäß den Anforderungen eines bestimmten Bundeslandes sucht, wird nicht zufrieden sein. Durch das Zentralabitur haben sich die Anforderungen verändert; breites Wissen ist nicht mehr zwangsläufig erforderlich.

(c) M. Hoevermann

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Categories: Schule & Pädagogik

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