Ernährungsratgeber Vitamin K. Für stabile Gerinnungswerte: über 700 Lebensmittel im Überblick von Verena Drebing

Hilfreicher Begleiter beim Einkaufen

Das Büchlein umfasst lediglich 47 Seiten, ist klein und so schmal, dass es in die Hosentasche passt. Wer gerinnungshemmende Medikamente einnehmen muss, z.B. infolge einer Thrombose, fragt sich vermutlich, welche Lebensmittel wie viel Vitamin K beinhalten. Die Antwort liefert dieser Ernährungsratgeber.

Zunächst erklärt die Autorin, dass es vorteilhaft sei, den eigenen Gerinnungswert selbst zu messen und zu kontrollieren. Dann könne man die Medikamentendosis individuell anpassen, falls man mit stark Vitamin K-haltigen Lebensmitteln über die Stränge geschlagen hat. 

Als Alternative stellt Dr. Verena Drebing den vollständigen Verzicht auf derartige Speisen dar. Das ist jedoch meiner Erfahrung und meines Wissens nach nicht korrekt: Vitamin K ist nur durch Fett überhaupt löslich. Man muss entprechend Abstriche bei der Zubereitung und Menügestaltung in Kauf nehmen.

Als nächstes erläutert die Autorin knapp und verständlich den Quick- und INR-Wert und geht kurz auf Vitamin K und seine Bedeutung ein. Schließlich folgen ein paar Grundregeln gesunder Ernährung (knapp gesagt: Salat, Obst, Gemüse, möglichst keine/wenig Lebensmittel tierischer Herkunft), der Hinweis, dass man das Rauchen aufgeben, dem Übergewicht den Kampf ansagen und endlich mit Sporttreiben anfangen sollte. All das weiß man auch so und wirkt wie überflüssiger Füllstoff innerhalb des Buches. Amüsant gestalten sich die folgenden Seiten mit “Tipps und Tricks”, wo sich so wertvolle Ideen präsentieren wie, doch mal rote Beete statt Rosenkohl zu essen. Die als Alternative gebotenen Speisen sollten mehr gemeinsam haben als den Anfangsbuchstaben.

Ein weiteres Highlight – ironisch gemeint – sind die Rezepte, darunter besonders der Tomaten-Gurken-Salat. Gibt es jemanden, der nicht weiß, dass man Tomaten und Gurken in kleine Stücke schneidet, anschließend mit Salz, Pfeffer und eventuell Senf würzt und etwas Wasser und Essig dazu gibt? Okay, dass man das Öl durchaus auch weglassen kann, mag manchen Lesenden neu sein… Aber auch diese Rezepte hätte man sich getrost sparen können.

Auf Seite 25 kommt endlich das Wesentliche: Eine übersichtlich gestaltete Tabelle mit den wichtigsten Speisen, eingeteilt in Lebensmittel mit hohem, mittlerem und niedrigem Vitamin-K-Gehalt. Es gibt die Kategorien “Obst/Gemüse”, “Getreide/Getreideerzeugnisse/Brot/Kuchen”, “Eier/Eierprodukte”, “Milch/Milchprodukte”, “Fleisch/Fleischprodukte”, “Fisch” und “Sonstiges”. Das allein spricht für den Kauf des Buches.

Den gesamten vorderen Teil hätte sich die Autorin jedoch sparen können, denn

1. weiß man die medizinischen Informationen bereits dank des behandelnden Arztes oder aus Broschüren, die man gratis ausgehändigt bekommt,

2. fehlt der wesentliche Hinweis darauf, dass Vitamin K nur durch Fett überhaupt aus der Nahrung gelöst wird,

3. sind die Rezepte bestenfalls amüsant zu nennen, aber ganz sicher nicht innovativ, neu oder besonders kreativ und

4. helfen die so genannten “Tipps und Tricks” wirklich niemandem weiter. So wäre der Ratgeber dann auch nur halb so dick, sicher günstiger und noch leichter mitzunehmen gewesen.

(c) M. Hoevermann

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Categories: Ernährung, Sachbücher

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