“Gregs Tagebuch: Mach’s wie Greg!” von Jeff Kinney

Cooler Eisbrecher – Do-It-Yourself Tagebuch zur Erinnerung ans Erwachsenwerden

Jungs und Schreiben? Das ist häufig eine Sache für sich. In Schulaufsätzen kann man oft schon froh sein, wenn sie eine halbe Seite umfassen und zumindest einigermaßen entzifferbar sind. “Du musst mehr in die Tiefe gehen” oder “Formuliere deine Gedanken aus!” sind dann oft typische Lehrer-Kommentare. Dass Bücher Abenteuer sind, ist oft schwer zu vermitteln. Zu groß ist die Konkurrenz von Konsole, PC und Fernseher. Lesen wird als mühsam empfunden.

Das Formulieren eigener Gedanken zu bewerkstelligen, scheint da erst recht nicht machbar. Tagebuch schreiben?! Bestenfalls Mädchensache.

“Gregs Tagebuch” ist eine Reihe, die gerade lesefaule Jungen an Bücher heranführen kann. Diese fest gebundenen, bunten Bücher sind frech und witzig, modern und innovativ. Dank Jeff Kinney kann nun auch das Tagebuchschreiben für Jungen den eigenen Coolnessfaktor erhöhen: “Mach’s wie Greg!” fordert dazu auf, selbst aktiv und kreativ zu werden. Statt mit leeren Seiten zu erschrecken, bietet es in bekanntem Layout und Stil vielfältige Möglichkeiten, etwas einzutragen, anzukreuzen, Comics weiter zu zeichnen – und im hinteren Bereich reichlich Platz, die eigenen Gedanken doch auf Wunsch doch flüssig und im Zusammenhang festzuhalten.

Selbst wenn es die Memoiren nicht bis auf die Buchseiten schaffen, auch Ankreuzfragen wie: “Hast du schon mal ins Schwimmbad gepieselt?” oder die Bereiche, in denen man auflisten kann, welche Videospiele, Bücher, Filme etc. man auf de berühmte “einsame Insel” mitnehmen würde, sind aufschlussreich und garantiert durchaus unterhaltsam, wenn man sie Tage, Wochen, Monate oder wirklich Jahre später erneut anschaut.

Auch wenn es Erwachsene mit Liebe und Leidenschaft für Lesen und Literatur endlos frustriert: Bücher, noch dazu solche mit qualitativ hochwertigem Inhalt, haben bei Kindern und Jugendlichen leider häufig einen schweren Stand. Mit “Gregs Tagebuch” ist der Einstieg in die Welt des Lesens vergnüglich, der Weg zum Selbstschreiben mit “Mach’s wie Greg” noch dazu niedrigschwellig angelegt. Selbst kreativ werden, das fällt angesichts dessen leicht. Und wer weiß, vielleicht wird aus dem Lesemuffel doch noch eine Leseratte, wenn das Eis erst einmal gebrochen ist.

Schaden wird der Versuch nicht. Für Greg-Fans und Eltern/Verwandte auf der Suche nach einer anregenden Kleinigkeit darum sehr zu empfehlen!

(c) M. Hoevermann

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Categories: Literatur

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