“Tofu vegan: Köstlich kochen und backen mit Tofu” von Alexander Nabben

Die variationsreiche Welt der Sojabohne – Kochen und Backen mit Tofu

Wer hochwertige, vegane Kochbücher sucht, kommt um die Bände des pala-Verlages nicht herum: Übersichtlich, informativ, liebevoll gestaltet und vor allem absolut verbraucherfreundlich geben sie Anregungen, konkrete Hilfe und wertvolle Tipps. Was vorgeschlagen wird, funktioniert!

In “Tofu vegan” von Alexander Nabben findet sich viel Wissenswertes rund um die vielseitig verwendbare Sojabohne sowie das Kochen und Backen mit Tofu. Sämtliche vorgestellte Speisen sind vegan; auf Zubereitung mit Eiern und Milch wird komplett verzichtet. Somit können auch Allergiker, die unter Laktose-Intoleranz leiden oder aufgrund von Neurodermitis auf eben diese Produkte verzichten möchten, bei diesem Kochbuch bedenkenlos zugreifen.

Nach grundlegenden Informationen über die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten von Soja folgt ein Exkurs in die Kulturgeschichte der Sojabohne: Anbau, Nährwert und die breite Produktpalette werden kompakt vorgestellt. Zudem wirft der Autor einen kritischen Blick auf die Fleischproduktion und seine weitreichenden Konsequenzen. So wird das Buch nicht nur zu einer kulinarischen, sondern auch zu einer intellektuellen Bereicherung. Argumente, die für eine vegane Ernährung sprechen, bekommt man automatisch mit in die Hand. Um nicht womöglich genetisch verändertes Soja zu sich zu nehmen, sollte man sich möglichst mit biologisch erzeugten Lebensmitteln versorgen, wenn der Geldbeutel es erlaubt. Was kaum einem Fleischesser bewusst ist: Die häufigste Verwendung findet es im Tierfutter. Laut Gesetz muss das nicht einmal deklariert werden.

In dem Kapitel “Warenkunde” informiert der Autor umfassend über unterschiedliche Sojaformen. Worin besteht der Unterschied zwischen Naturtofu, Seidentofu und Räuchertofu? Wie unterscheiden sich diese Tofu-Arten geschmacklich? Welche Lebensmittel findet man im Supermarkt? Was ist besser, kaufen oder selbst machen? Auf all diese Fragen gibt Alexander Nabben fachkundige Antworten, bevor er seine ganz persönliche “Tofu-Geschichte” erzählt, in der er nicht nur seinen beruflichen Werdegang beleuchtet, sondern auch seinen Weg zum Kochtopf und damit zum Soja schildert.

“Tipps, Tricks und Nützliches” greifen besonders Neulingen der veganen Küche unter die Arme: Küchenutensilien werden vorgestellt, auf bestimmte Zutaten und Produkte wie Seitan, Tahin oder Agar-Agar hingewiesen. Informationen zu Art, Beschaffenheit und Verwendung werden dabei knapp und konkret auf den Punkt gebracht.

Und dann geht es los! Nabben ermutigt die Lesenden, möglichst alles selbst zu machen, denn die selbst hergestellten Produkte sind nicht nur geschmacklich besser, sie sind auch günstiger. Auch wenn man einiges an Zeit investieren muss – rund zwei Stunden kann man hier einrechnen – sollte man sich wenigstens einmal auf das Abenteuer “Tofu-Herstellung” einlassen. Dazu unbedingt nötig: Sojamilch. Zuerst werden die Zutaten genannt, nachfolgend die Produktion selbst Schritt für Schritt genauestens und nachvollziehbar beschrieben. Hinweise zur “Aufbewahrung und Haltbarkeit” sowie Verwendungsmöglichkeiten, wenn die Sojamilch säuerlich wird, helfen auch “alten Hasen” auf die Sprünge. Aufgelockert wird dieser recht lange Einstieg immer wieder durch Zwischenüberschriften und ein luftiges Layout.

Tofu-Variationen illustrieren, wie leicht und mühelos sich z.B. weißer Tofu, Kräuter- oder marinierter Tofu herstellen lassen. Man staunt über die Möglichkeiten, dem Allounder durch individuelle Würze und Zubereitung eine eigene geschmackliche Note zu verleihen! Für Partys gibt es Tipps, wie sich die Farbe des Tofus beeinflussen lässt. Die Ergebnisse sehen dekorativ aus und verblüffen mit ihren unterschiedlichen Geschmacksschwerpunkten. Das macht auch Kindern Freude!

Nach der Erläuterung der Grundrezepturen und ihrer Variationsmöglichkeiten folgen konkrete Verwendungsmöglichkeiten. Tofu kann Speisen aller Art bereichern: Salate, Dressings, Suppen und Saucen, er kann Bestandteil des Hauptgerichts sein, sich in Aufläufen verstecken, als Bratling die Grundlage der Mahlzeit bilden oder als Aufstrich auf dem Abendbrotstisch stehen. Sogar in zahlreichen Süßspeisen, darunter Kuchen, Gebäck, Desserts, Eis und andere Leckereien, kann er Verwendung finden.

Das Büchlein endet mit einer kurzen Biographie des Autors und dem Rezepteindex.

Kleine Illustrationen, graphisch gestaltete Pinnwand-Zettel, Zwischenüberschriften und Infoboxen lockern die Seiten optisch auf. Dank der zahlreichen (politischen) Hinweise rund um die Hintergründe der Sojaproduktion stellt “Tofu vegan” eine lohnende, informative Lektüre dar. Auch auf dem Sofa, nicht nur als Ratgeber und Unterstützung an Kochtopf, Schneidebrett und Backblech.

Rezept für ein hochwertiges Kochbuch

Zutaten:
– 1 kompetenter Autor
– sorgsam recherchierte Informationen über Herkunft und Beschaffenheit von Soja und Tofu
– abwechslungsreiche Rezepte
– 1 übersichtlich gestaltetes, lebendiges Layout
– 160 Seiten prall gefüllt mit Informationen, Rezepten, Tipps und Anekdoten
– umweltfreundliches Recycling-Papier
– klimaneutrales Herstellungsverfahren
– 1 Verlag, der wirklich weiß, was er tut

Fazit:
Gesunde Leckereien mit und aus Tofu lassen sich problemlos und meistens im Handumdrehen herstellen. Backen, Kochen, selbst Kreieren – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Entdecken Sie dieses vielseitige Produkt!

(c) M. Hoevermann

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Categories: Ernährung, Kochbücher, Sachbücher

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