“Die 50 besten Stresskiller: Meine Work-Life-Balance finden” von Christoph M. Bamberger und Ana-Maria Bamberger (Rezension)

Den eigenen Stress managen – 50 einfache Methoden

Stress haben wir eigentlich alle, egal ob im Beruf, in der Alltagshektik oder einem lebendig-chaotischen Familienleben. Das Gute und Beruhigende dabei: Wir brauchen ihn auch! Denn Stress, so die Ärzte Ana-Maria und Christoph Bamberger “ist überlebenswichtig”. Unser Stresssystem sorgt dafür, dass wir den Herausforderungen des Lebens gewachsen sind. “Es macht uns wacher, aufmerksamer und leistungsfähiger” (S. 5). Allerdings kommt es dabei auf die Dosis an. Gesunder Stress ist vollkommen in Ordnung; ein Zuviel kann schädlich sein, zu Ermüdung und chronischer Erschöpfung bis zum Burn-out führen.

Aber wo verläuft diese Grenze? Wie kann man den Anforderungen des Lebens gerecht werden und sich in Zeiten intensiver Belastung gegen Stress wappnen? Genau an der Stelle setzt das Buch an. Es zeigt, wie man den eigenen Stress einschätzen und wirkungsvoll managen kann, bevor es zum Burn-out kommt.

Das Autorenduo erläutert in einem knappen theoretischen Teil zunächst, was Stress eigentlich ist und wie unser Körper darauf reagiert. Natürlich gibt es kleine und große äußere Stressoren, die tagtäglich auf uns einprasseln: Wir haben es eilig, aber das Auto vor uns schleicht über die Landstraße. Im Supermarkt ist die Schlange endlos, das Kind quengelt und dann klingelt auch noch das Handy. Im Büro schüttet der Kollege versehentlich Kaffee über wichtige Unterlagen. All das erzeugt Stress. Wie wir damit umgehen, liegt allerdings bei uns selbst.

“Wenn unsere Großhirnrinde […] einen Stressor wahrnimmt, verarbeitet sie ihn zunächst, bevor sie ihn an die niederen Hirnregionen […] weitergibt. Sie bewertet ihn. Sie verstärkt ihn oder schwächt ihn ab. In genau diesen Verarbeitungsprozess können wir eingreifen” (S. 12).

Wie das geht, vermitteln Bamberger und Bamberger in diesem Buch auf leicht verständliche, unterhaltsame Weise. Sie zeigen in einem umfangreichen Praxisteil auf, wie man das eigene Stressoren-Verarbeitungssystem trainieren und dafür sorgen kann, dass die eigene Stressreaktion milder ausfällt. Die leicht umzusetzenden Tipps stammen aus vier Lebensbereichen: Ernährung & Nahrungsergänzung, Bewegung & Sport, Zeitmanagement & Work-Life-Balance und Entspannung & Achtsamkeit. Es geht um Abschalten und Umschalten, Loslassen und Organisieren, Achtsamkeit und Selbstbestimmung. Dabei erklären die Autoren, welche Wirkungen sich mit den einzelnen Maßnahmen erzielen lassen und auch warum. Oft fällt es schwer, sich auf sich selbst zu besinnen oder auf bestimmte Situationen überhaupt einzulassen. Auch dazu gibt es wertvolle Hinweise.

Ana-Maria und Christoph Bamberger ermutigen dazu, die Stresskiller auszuprobieren, die am besten zum eigenen Leben passen. Schon ein einzelner wirke sich positiv aus. Der Gesamteffekt sei jedoch am stärksten, wenn aus jeder Kategorie mindestens einer dabei ist. Dabei sollte Stressreduktion jedoch nicht das alleinige Ziel sein, “sondern ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einem glücklicheren Leben” (S. 15).

Wer sich bereits mit der Thematik Stress, Erschöpfung und Burn-out befasst hat, wird hier vielleicht wenig Neues, dafür aber hilfreiche Hinweise in komprimierter Form finden. Es schadet durchaus nichts, das bereits vorhandene Wissen zu reaktivieren. Wiederholung ist wichtig, so heißt es in Tipp 8, wenn uns etwas in Fleisch und Blut übergehen soll. Wer sich das erste Mal mit Stressminderung befasst, vielleicht aufgrund von bedenklichen Erschöpfungszuständen, wird sich über die Anregungsfülle und Denkanstöße freuen.

Das Erstaunliche dabei: Allein das Lesen der Hinweise zur Stressverringerung ruft bereits ein Gefühl der Entspannung hervor.

(c) M. Hoevermann

Advertisements


Categories: Ernährung, Ratgeber

Tags: , , , ,

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s