Der Brockhaus Ernährung

Fundiertes Nachschlagewerk in bewährter Brockhaus-Qualität

ErnährungEndlich ein verlässliches, informatives und rund herum empfehlenswertes Nachschlagewerk zum Thema “Ernährung”, das alles Wesentliche abdeckt!

Alphabetisch geordnet bietet dieses in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entstandene Mammutwerk in rund 2600 Stichwörtern von A wie “Aale” bis Z wie “Zystin” gut recherchierte Informationen zu Nahrungsmitteln, Allergien, speziellen Essgewohnheiten, Diäten, Inhaltsstoffen, der Lebensmittelproduktion, Zubereitungsmethoden sowie neuesten ernährungsmedizinischen Erkenntnissen.

Unter dem Buchstaben “J” findet man beispielsweise Einträge zu: Jackfrucht, Jakobsmuschel, Jamswurzel, Japanische Mispel, Japankohl, Jerusalemartischocke, Jod, jodiertes Salz, Jodmangel, Jodsalz, Jodversorgung, Joghurt, Johannisbeere, Johannisbrotkernmehl, Jo-Jo-Effekt, Jostabeere, Joule, Jugendlichenernährung und Junkfood. Das allein zeigt die Vielfalt der Einträge. Zahlreiche Querverweise und längere Artikel führen zu tiefgreifenden Informationen und solidem Wissen.

Der Anhang begeistert mit einer geballten Fülle zusätzlichen, überaus nützlichen Wissens zu Antioxidationsmitteln, Emulgatoren, Farbstoffen, Gelier- und Verdickungsmitteln sowie Konservierungsstoffen. Hilfreich ist die Auflistung sämtlicher E-Nummern (von E 100 “Kurkumin” bis E 1520 “Propylengklykol”) inklusive ihrer Hauptfunktion (bei E 100 handelt es sich um einen Farbstoff, bei E 1520 um ein Trennmittel). Oft entdeckt man Hinweise auf Lebensmitteln, weiß damit aber kaum etwas anzufangen. Das alles lässt sich nun schnell nachschlagen, und man weiß endlich, was sich tatsächlich in den attraktiv gestalteten Verpackungen verbirgt.

Dabei ist die Aufmachung des Bandes überaus gelungen: Zahlreiche Fotos, Tabellen und Graphiken fesseln das Auge und führen immer wieder dazu, dass man sich irgendwo festliest. Genauso sollte ein Nachschlagewerk sein: Sachlich, anschaulich und leicht erfassbar, dabei aber differenziert. Der hohe Informationsgehalt ist angenehm aufbereitet und verführt immer wieder, noch hier und da weiter zu stöbern und zu lesen. Immer wieder gibt es rot umrandete Fenster mit hilfreichen Tipps, etwa zum Thema “Fieber”. Nach einer kurzen Erläuterung, was sich innerhalb des Organismus bei Fieber abspielt, bekommt man Hinweise, was man trinken und essen sollte, um den Körper bei dieser “Schwerstarbeit” zu unterstützen. Andere Info-Bereiche dieser Art gibt es etwa zu “Hühnereiweißallergie”, “Hypercholesterolämie”, “Demenz”, “zur Vorbeugung von Harnsteinen” und vielem mehr.

Daneben gibt es eine Reihe von Sonderartikeln aus der Feder renommierter Ernährungswissenschaftler, die sich speziellen Themen wie “Bio-Lebensmitteln und Öko-Landbau”, Ernährung bei Sport, speziellen Trends in der Ernährung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder vegetarischer Ernährung zuwenden. Veganismus kommt nicht in einem eigenen Stichwort vor, findet aber Eingang in letztgenanntem Artikel. Positiv ist hier, dass klargestellt wird, welche Nährstoffe gebraucht werden und wie sich diese im Rahmen einer fleischlosen Ernährung ohne tierische Produkte über Lebensmittel (nicht über Supplemente!) zuführen lassen.

Die Sonderartikel und ihre Autorinnen und Autoren im Einzelnen:

“Ausreichend Nährstoffe und viel Flüssigkeit. Die richtige Ernährung im Alter” von Prof. Dr. Dorothee Volkert
“Ausgewogene Ernährung – auch im Arbeitsalltag! Beruf und Ernährung” von Margot Wehmhöner
“Was ist dran an “Bio? Bio-Lebensmittel und Öko-Landbau” von Leo Frühschütz
“Warum essen wir, wie wir essen? Psychologische Steuerung des Essverhaltens” von Dr. Thomas Ellrott
“Schnell und nicht immer schlecht. Fast Food heute” von Hanni Rützler
“Wertvolle Inhaltsstoffe, doch bitte in Maßen genießen. Fleischkonsum” von Dagmar Freifrau von Cramm
“Sinnvoll oder erfolglos? Gewichtsreduktionsdiäten unter der Lupe” von Dagmar Reiche
“Gute Kost von Anfang an. Die Ernährung von Kindern und Jugendlichen” von Nathalie Blanck
“Ausgetrickst und gut informiert? Lebensmittelkennzeichnungen” von Silke Schwartau-Schuldt
“Wenn der Körper das Essen nicht verträgt. Nahrungsmittelunverträglichkeiten” von Christiane Schäfer
“Weichenstellungen für die Zukunft. Die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern” von Ruth Rösch
“Schneller, ausdauernder, stärker beweglicher! Die richtige Ernährung für Sportler” von Dr. Claudia Osterkamp-Baerens
“Gesund und schnell, ursprünglich oder als Erlebnis. Trendlebensmittel und Food-Trends” von Hanni Rützler
“Alles drin, auch ohne Fleisch. Vegetarische Ernährung” von Prof. Dr. Claus Leitzmann

Die Bandbreite des hier Erfassten ist beeindruckend und spiegelt den aktuellen Wissens- und Forschungsstand. Schnell wird der “Brockhaus Ernährung” zum permanenten Alltagsbegleiter: Man nimmt das Buch immer wieder zur Hand, um etwas nachzuschlagen, etwa, wenn
es um Muskelerhalt und -aufbau geht, wenn man ein gesundheitliches Problem hat, über eine Lebensmittelkennzeichnung ins Grübeln gerät oder mal wieder über eine neue Diät stolpert.

A propos Diät: Höchst interessant ist in Zusammenhang mit einer angestrebten Gewichtsreduktion der Artikel “Warum Essen wir, wie wir essen”, der psychologische und emotionale Faktoren unseres Essverhaltens beleuchtet. Ein ganzes Heer von zweifellos versierten Fachleuten – Diätassistenten, Ärzten, Psychologen, Ernährungsberatern – kann allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz wenig Einfluss auf das nehmen, was wie von der Bevölkerung verzehrt wird. Es sind letztendlich nicht rationale Faktoren, nicht etwa Gesundheitsmotive, die über unser Essverhalten entscheiden, sondern subjektive Aspekte. Will man also das eigene Essverhalten ändern, muss man genau dort ansetzen.

In öffentlichen Diskursen – das Thema “Ernährung” ist seit mehr als vier Jahrzehnten in den Medien dauernd präsent – wird oft nach wie vor fälschlich davon ausgegangen, dass rationale Argumente ausschlaggebend seien. (Hier zeigen sich Ähnlichkeiten zum Rauchen, Trinken und anderen Suchtgewohnheiten, bei denen der alleinige Appell an den Verstand ähnlich aussichtsreich ist.)

Fazit

Der “Brockhaus Ernährung” ist ein Standardwerk, das letztendlich jeder kennen sollte. Verlässliche Informationen basierend auf dem derzeitigen Forschungsstand sind anschaulich und sachlich aufbereitet. Wer sich für gesunde Ernährung, Fitness und Lebensmittel allgemein interessiert, kommt um dieses Buch nicht herum!

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Categories: Ernährung, Sachbücher

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