Tod einer Polizistin (DVD)

Rache, Recht und Gerechtigkeit

„Tod einer Polizistin“ (2012) ist ein sehenswerter, solide produzierter Fernseh-Krimi, der vor allem von den großartigen Charakterdarstellern Götz George und Jürgen Vogel lebt. Schnelle Schnitte, eine düstere Atmosphäre, und auch mit der einen oder anderen überraschenden Wendung wird durchaus aufgewartet.

 

Tod einer Polizistin  (Endspiel (AT)

(c) Studio Hamburg Enterprises

Trailer:

 

Inhalt

PS_TodeinerPolizistin_3D_300dpiHauptkommissar Bruno Theweleit (Götz George) ist inzwischen aus dem aktiven Polizeidienst ausgeschieden und hat eine Lehrtätigkeit an einer Polizeiakademie aufgenommen. Er wird zwar als Legende verehrt, aber nichtsdestotrotz umgibt ihn eine Aura der Müdigkeit. Menschen hält er weitgehend auf Abstand. Sein Leben teilt er lieber mit seinem Hund. Der Grund dafür liegt in der Vergangenheit, die ihn schon bald einholen wird:

Frank Keller, vor 15 Jahren für den Mord an einer Polizistin verurteilt, hofft, dass er nach Verbüßung seiner Haftstrafe freikommen wird. Als seinem Antrag auf Aussetzung der anschließenden Sicherheitsverwahrung jedoch nicht stattgegeben wird, nimmt er seine Anwältin als Geisel und flieht.

Theweleit war derjenige, der mit der jungen Beamtin zusammengearbeitet hatte und dessen Aussage maßgeblich für die Verurteilung Kellers war. Er wird sofort unter Personenschutz gestellt. Zuständig dafür ist unter anderem Lena Frey (Rosalie Thomass), eine junge Kommissarsanwärterin. Auch wenn Theweleit nicht begeistert ist, ist es eine gute Entscheidung, denn schon bald zeigt sich: Er ist in Gefahr, und er bleibt nicht der einzige, den Keller aufsucht…

Samir, der ehemalige Komplize Kellers, der ebenfalls gegen ihn ausgesagt hat, taucht sofort unter, als er von Kellers Flucht erfährt.

Während der gemeinsamen Ermittlungen – denn natürlich bleibt Theweleit angesichts der Vorkommnisse selbst nicht untätig – stößt Lena Frey zufällig auf Keller. Dieser versucht, sie von seiner Unschuld zu überzeugen.

Als Lena Frey, deren Misstrauen geweckt ist, daraufhin anfängt, kritische Fragen zu stellen und eigene Nachforschungen zum Tathergang anzustellen, beißt sie überall auf Granit. Die Ungereimtheiten häufen sich, und der Widerstand aus dem eigenen Kreis spornt sie erst recht an. Wer hat hier wirklich etwas zu verbergen? Was ist vor 15 Jahren geschehen?

 

Tod einer Polizistin  (Endspiel (AT)

(c) Studio Hamburg Enterprises

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Starke Charakterdarsteller, schwache Newcomerin

Besonders Keller, souverän gespielt von Jürgen Vogel, überzeugt als mutmaßlicher Mörder, der mit Gewalt von seiner Unschuld überzeugen will. Schauspielerisch gelingt es Vogel, Sympathie und Verständnis für seine Figur zu wecken, ohne ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel zu setzen. Er lockt die Zuschauenden geschickt in eine Grauzone, in der man Kellers Leiden deutlich wahrnimmt, bis man ihm einfach auch glauben möchte. Beim Kontakt zwischen Keller und seiner Tochter offenbart sich zudem ein Familiendrama: Als Heranwachsende hätte sie den Vater gebraucht; jetzt hat die junge Frau nur noch Verachtung für ihn übrig.

Ein durch und durch starker Gegenpart für Jürgen Vogel ist Götz George als Bruno Theweleit, dessen nuanciertes Minenspiel seiner Figur immense Tiefe und eine ganz eigene Tragik verleiht.

Der verurteilte Kriminelle und der Polizist. Beide hat die Vergangenheit tief gezeichnet. Beide sind letztendlich gescheitert, auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick nicht so scheinen mag.

Einzig Rosalie Thomass wirkt als Heldin streckenweise ein bisschen zu farblos. Auffällig ist in einigen Szenen inmitten des Ringens um Recht und Gerechtigkeit vor allem die schlechte Körperhaltung der jungen Polizeianwärterin, weniger ihre charakterstarke Darstellung… So braucht es Zeit, mit der Figur warm zu werden. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt sie nicht.

 

Tod einer Polizistin  (Endspiel (AT)

(c) Studio Hamburg Enterprises

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Fazit

Alles in allem ist „Tod einer Polizistin“ ein sehenswerter Fernsehkrimi mit Action, zwei starken Charakterdarstellern im Zentrum und einer durchweg spannenden Handlung. Geschickt wird hier mit den Erwartungen der Zuschauer gespielt. Durch die Loslösung von einfachen Gut-und-Böse-Schemata und die Fokussierung auf die Kontrahenten Keller und Theweleit geht der Film über ein reines Action-Spektakel hinaus. Einzig die weibliche Hauptrolle kann nicht so recht überzeugen.

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Produktion und DVD

Gedreht wurde „Tod einer Polizistin“ wurde vom 20. März bis 25. April 2012 in Berlin und Umgebung. Die Erstausstrahlung im ZDF erfolgte am 14. Januar 2013. Im Juli 2013 erschien der Film auf DVD.

Regisseur Matti Geschonneck wurde für das TV-Drama „Das Ende einer Nacht“ mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. „Tod einer Polizistin“ spielt bei den Fernsehkrimis auf jeden Fall in der oberen Liga.

Der Ton liegt in Dolby Digital 2.0 vor. Untertitel können auf Wunsch eingestellt werden. Extras gibt es – abgesehen von einer Trailershow – nicht.

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Credits

Darsteller: Götz George, Jürgen Vogel, Rosalie Thomass, Uwe Kockisch, Uwe Preuss, Samir Fuchs, Maryam Zaree, Therese Hämer, Isabel Bongard und Michael Schenk
Drehbuch: Magnus Vattrodt
Regie: Matti Geschonneck
Kamera: Theo Bierkens
Szenenbild: Naomi Schenck
Schnitt: Ursula Höf
Produktionsfirma: Network Movie

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DVD INFO:

1 DVD, Genre: TV-Film/ Krimi / Thriller, Produktionsjahr: 2013, Laufzeit: ca. 90 Min., Bildformat: 16:9, Tonformat: DD 2.0 Stereo, Sprache: Deutsch, FSK: ab 12 Jahren, EAN: 4052912371163

VÖ: 12.07.2013

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