Hans-Christian Steeg: Highspeed: Kurzzeitfotografie in Natur und Studio

Fotos mit ultrakurzen Belichtungszeiten von schnellen Bewegungen zeigen alltägliche Dinge in neuem Licht oder ermöglichen Einblicke in Vorgänge, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen wären. Momentaufnahmen in präziser Schärfe von fliegenden oder springenden Tieren, kollidierenden Tropfen oder aufprallenden Geschossen faszinieren den Betrachter, nicht zuletzt weil sie die Frage aufwerfen, wie sie erstellt wurden.

Die beiden wichtigsten Techniken für solche Präzisionsaufnahmen sind zweifelsohne der Elektronenblitz mit seinem kurzen und intensiven Lichtimpuls sowie die Lichtschranke. Der Autor, Diplom- Physiker und Naturfotograf in einer Person, zeigt anhand unzähliger spektakulärer Bildbeispiele aus der Natur-, Tropfen- und ballistischen Fotografie, wie Sie diese und andere Technologien einsetzen und sich damit die Tür zur Welt der schnellen Objekte sowie unsichtbaren Vorgänge öffnen. Dabei greift er nicht nur auf eigene Fotos und Arbeitserfahrungen zurück, sondern präsentiert auch die technischen Verfahren, Aufbauten und Ergebnisfotos zahlreicher nationaler und internationaler Kollegen.*

Cover, (c) dpunkt.verlag

Cover, (c) dpunkt.verlag

Faszination Kurzzeitfotografie: Gelungener Einblick in Theorie und Praxis

Aufnahmen von schnellen Bewegungen mit ultrakurzen Belichtungszeiten lassen alltägliche Geschehnisse in vollkommen neuem Licht erscheinen. Was bei der Hochgeschwindigkeitsfotografie entsteht, sind einzigartige Momentaufnahmen. Viele Abläufe bleiben dem menschlichen Auge normalerweise verborgen. Eingefangen in Fotografien öffnen sie uns einen vollkommen neuen Blick auf die Welt. Soundskulpturen, Tropfen, Schmetterlinge in der Luft oder Insekten, die beim Anfliegen von Blüten zusammenstoßen, üben eine soghafte Faszination auf uns aus. Möglich sind diese spektakulären Aufnahmen ausschließlich durch den Einsatz von Elektronenblitz und Lichtschranken.

Planbar sind die Resultate nicht. Vielmehr ist es ein Zusammenspiel von ausgefeilter Technik und Zufall. Der Fotograf kann für möglichst optimale Bedingungen sorgen und Insekten oder Vögel dazu bringen, die Lichtschranke zu passieren. Darauf, wie sie das letztendlich machen, hat er jedoch keinen Einfluss. Gerade das macht die Bilder zu unverfälschten Momentaufnahmen.

Das bedeutet jedoch nicht unerhebliche Anschaffungskosten, was die Highspeed-Fotografie – zumindest noch – für viele Interessierte zu einer finanziellen Herausforderung machen dürfte. Auch ist es mit dem Erwerb eines solchen Systems letztendlich nicht getan. Ein großes Problem, das der Autor anspricht, ist die Auslöseverzögerung des kamerainternen Verschlusses. Hier sind Umbaumaßnahmen möglich, was sich allerdings sehr kompliziert liest. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern wäre wünschenswert gewesen.

Hans Christian Steeg ist Diplom-Physiker und Naturfotograf mit einer besonderen Vorliebe für Makrofotografie. Seine Art zu schreiben fesselt. Er nimmt seine Leserinnen und Leser mit auf eine spannende Reise, verbindet dabei gekonnt einen informativen geschichtlichen Rückblick in die Anfänge der (Highspeed-)Fotografie mit Einblicken in aktuelle technische Verfahren und Aufbauten. Dabei greift er nicht nur auf seine eigenen Aufnahmen und Erfahrungen zurück, sondern präsentiert Arbeitsweisen und Ergebnisse zahlreicher nationaler und internationaler Kollegen. Schade ist, dass die Ausführungen zu den diversen Lichtschrankensystemen relativ knapp ausfallen. Unter anderem werden die Kombination aus v-macroflash der deutschen Firma xhia produktentwicklung und der Lichtschranke Jokie 2 von eltima electronic als mobiles System sowie das Komplettangebot von Cognisys Inc. kurz vorgestellt. Wer allerdings bereits die Websites der Hersteller kennt, erfährt wenig Neues.

Das Buch ist aufgrund der anschaulichen Schreibweise für Einsteiger in die Materie sehr gut geeignet. Auch ohne breites technisches Verständnis ist es problemlos möglich, den Ausführungen des Autors zu folgen. Die einzelnen Kapitel beleuchten relevante Aspekte, gehen aber nicht zu sehr in die Tiefe.

Die üppige Bebilderung macht das Lesen zu einem visuellen Vergnügen. Mindestens ebenso sehenswert wie die spektakulären Aufnahmen von Tieren und Gegenständen sind die Bilder, die Blicke hinter die Kulissen gewähren. Der technische Aufwand, den ein gelungenes Foto bedeuten kann, wird so greifbar.

Alles in allem ist es ein überaus lesenswertes Buch, das erste Einblicke in die Highspeed-Fotografie ermöglicht und die Bewunderung für die Arbeit der Fotografen weckt. In die beeindruckenden Bilder kann man sich endlos vertiefen. Sie allein sind den Anschaffungspreis mehr als wert.

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Aus dem Inhalt:

• Die Highspeed-Fotografie von den Anfängen bis heute
• Einsatz von Lichtschranken und Highspeed-Blitzgeräten
• Die Verschlussproblematik und der Einsatz von externen Verschlüssen
• Praktische Anwendung bei Insekten, Vögeln und Fledermäusen
• Die Erzeugung und Fotografie von Wasserskulpturen
• Einsatz in der Ballistik: zerplatzende Eier und durchschossene Luftballons
• Grundlagen der Elektronik
• Geeignete Kameras, Objektive, Verschlüsse und mögliche Alternativen

Leseproben dpunkt.verlag

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  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: dpunkt.verlag GmbH; Auflage: 1., Auflage (28. August 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3864900344
  • ISBN-13: 978-3864900341
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 2,5 x 21,8 cm
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Categories: Fachbücher, Fotografie

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